+++ NLA: Letztes Quali-Spiel in La Chaux-de-Fonds - reicht es noch für Platz 8? +++ NLB: Bettlach II nach 0-19-Klatsche vor dem Aus +++ Cup: Halbfinale BTT vs. BLP am Samstag

Samstag, 28. April 2012

Recap: Belpa watscht schwaches Grenchen ab

In meiner Vorschau attestierte ich dem SHC Grenchen-Limpachtal, dass man es immer wieder schafft auf die entscheidende Phase der Meisterschaft "ready" zu sein. Auf dem Feld widerlegte der SHC GreLi heute meine These.

"Cupsieger 2012" stand auf einem Plakat hinter Goalie Dave Fankhauser. Es steht den Grenchnern absolut zu, diesen schönen Erfolg auszukosten. Sonnt man sich jedoch all zu lange im Glanz dieses Cupsiegs kann es in der Meisterschaft ein böses Erwachen geben. Und tatsächlich erinnerte die heutige Ausgabe des SHC Grenchen-Limpachtal in keiner Weise an diejenige von Thun. 0-2 führte der Gast aus Belp nach dem ersten Abschnitt, Grenchen wirkte emotions und ideenlos, aber ich und wohl viele andere hätten schwören können, dass die nach einem freien Weekend etwas eingerosteten Gelenke der Gastgeber ab Durchgang zwei wieder besser schmieren.

Wie vor der Kirche...

Grenchen blieb aber auch im Mitteldrittel einiges schuldig. Zwar konnte Siegenthaler zum 1-2 verkürzen, aber noch immer wirkte Grenchen ungewohnt unentschlossen in den Zweikämpfen. Dies sollte sich dann auch bald im Resultat niederschlagen. Erst schnappte sich Fuchs in der eigenen Zone den Ball und konnte ungestört bis vor das Tor von Fankhauser spazieren (und scoren), Müller suchte sich danach den freien Weg durch die Mitte und traf zum 1-4. Den Höhepunkt (oder je nach Sichtweise den Tiefpunkt) lieferte McFadden, welcher mit Grenchens Abwehr Katz und Maus spielte und in Unterzahl zum 1-5 traf. Wie weisse Tauben die gerade die Freheit erlangt hatten flatterten die Belper dem Sieg entgegen, Grenchens Abwehr stand derweil Spalier. Je ein Powerplay-Treffer durften beide Teams noch bejubeln, danach ging es bei 2-6 ins zweite Break.

Grenchen brauchte eine 180°-Kehrtwende und zu Beginn des Schlussdrittels schienen die Blau-Weissen tatsächlich zurück zu kommen. Begünstigt durch zwei Blackouts des bis dahin starken Hofmann trafen Däppen und Kohler zum 4-6. Das Momentum schien urplötzlich auf die Seite der Limpachtaler zu kippen, nicht zuletzt auch weil Ref Seiler das reguläre 4-7 der Belper aberkannte. Das 4-7 kam aber dann doch: Wieder war Müller vor dem gegnerischen Slot nach einem Abpraller schneller vor Ort als alle Grenchner. Mit diesem Tor war das Spiel gelaufen. Fuchs traf in Überzahl, Zürcher abermals alleine vor Fankhauser und Faina scorte schon fast typisch aus spitzem Winkel. Schliesslich siegte Belp überraschend klar mit 5-10.

Gestolen hatte Belpa den Sieg definitiv nicht. Die Berner spielten taktisch clever, begingen defensiv nur ganz wenige Fehler und wirkten äusserst entschlossen. Müsste man nach dem heutigen Spiel urteilen, so deudet die Körpersprache und die fehlende Leidenschaft auf ein baldiges Saisonende für Grenchen hin. Grenchen wäre aber nicht Grenchen, wenn man das Ruder nicht doch noch rumreissen könnte. Auch wenn das Team von Simon Kunz in dieser Spielzeit das Feld gegen Belp noch nie als Sieger verlassen konnte, so darf am nächsten Samstag eine deutliche Reaktion erwartet werden - ansonsten bleibt Grenchen doch nur der Cupsieg 2012.

Copin's 3-Stars:
*** MCFADDEN, Tyler (BLP)
** FUCHS, Nicola (BLP)
* MUELLER, Marc (BLP)

Freitag, 27. April 2012

Preview: Das ewige Duell...

Das Abenteuer NLA-Playoffs ist für den SHCB am letzten Sonntag leider zu Ende gegangen - so ganz abhaken wollen wir diese Spielzeit aber noch lange nicht. Spannende Halbfinals stehen an. Hier ein kleiner Ausblick:

Oberwil Rebells (1.) vs. SHC Sierre Lions (4.)
Die Sierre Lions wurden zu Beginn der diesjährigen Playoffs kalt geduscht. Den Heimvorteil gegen den SHC Aegerten-Biel verspielten die Sonnendstädter mit einer 2-8 Schlappe, vieles deutete auf das Meisterschaftsende hin. Die Mannschaft von Coach Schüpbach holte sich den Heimvorteil aber mit einem Auswärtssieg in Biel zurück und siegte dann im entscheidenden dritten Spiel mit 5-3. In der anstehenden Halbfinalserie gegen den Serienmeister aus Oberwil ist Siders klarer Aussenseiter. Zwar werden die Walliser nicht gänzlich chancenlos sein, aber ich schätze die Rebells einfach abgeklärter und dazu noch mit dem breiteren Kader gespickt ein.

Copin's Tip: 2-0
Resultate Quali: 8-3, 10-6
Bisherige Playoff-Duelle:
07/08 SLI vs. OWR 0-2 (Final, 7-10, 3-11)
04/05 SLI vs. OWR 2-1 (Halbfinal, 7-3, 6-8, 15-3)


SHC Grenchen-Limpachtal (2.) vs. SHC Belpa 1107 (3.)
Wenn alles rund läuft gibts von dieser Serie mindestens 2 Recaps. Es ist der Klassiker aller Playoff-Serien. Grenchen gegen Belpa...in kaum einer Serie ging es so emotional und so spannend zu wie bei diesen Duellen. Unvergessen die Finalserien 99/00 und 00/01 als Grenchen jeweils im dritten und entscheidenden Spiel knapp siegte. Grosse Figur damals...Michael Zürcher. Zürcher hat jetzt, Jahre nach diesen denkwürdigen Momenten, die Seite gewechselt, gehört aber bei Belpa nach wie vor zu den Schlüsselspielern. Grenchen stolzierte souverän gegen Bonstetten durch die Viertelfinals und scheint (wie eigentlich immer) in der entscheidenden Phase der Meisterschaft in Bestform zu sein. Belp hat zwar beide Qualispiele gewonnen, wird sich gegenüber dem Viertelfinal gegen Bettlach aber noch klar steigern müssen um erstemals eine Playoff-Serie gegen Grenchen zu gewinnen.

Copin's Tip: 2-0
Resultate Quali: 7-9, 6-7 n.P
Bisherige Playoff-Duelle:
09/10 BLP vs. GRL 1-2 (Halbfinal, 10-4, 5-10, 7-8)
03/04 GRE vs. BLP 2-1 (Halbfinal, 9-11, 9-3, 10-5)
01/02 BLP vs. GRE 1-2 (Halbfinal, 9-10, 5-4, 4-10)
00/01 GRE vs. BLP 2-1 (Final, 4-6, 7-4, 5-4)
99/00 GRE vs. BLP 2-1 (Final, 10-5, 4-5, 9-6)

Hat Grenchen die Playoff-Nase wieder vorne?


Donnerstag, 26. April 2012

Preview: Ein zweiter Titel als Zugabe?

Finale Version II - Nachdem am letzten Samstag die Bettlacher A-Junioren nach den Sternen gegriffen haben, hat die 2.Mannschaft des SHCB ebenfalls die Möglichkeit zum ersten Mal in der Geschichte einen Titel zu holen. Ihr gegenüber steht ab nächstem Sonntag die 2.Mannschaft des SHC Belpa 1107.

Bettlach hat in dieser Spielzeit bereits drei Mal gegen Belpa II gespielt, einmal in einem vorsaisonalen Testspiel, zwei Mal in der Zwischenrunde. Das einzige Heimspiel konnte der SHCB damals für sich entscheiden, die beiden Spiele in Belp gingen klar verloren. Kommt hinzu, dass beim Heimspiel in der Zwischenrunde die beiden "Kanadier" Chris Ryser und Ryhorchuk der Mannschaft zur Verfügung standen und einen grossen Anteil am Sieg hatten. Es wird also durchaus schwierig gegen Belpa, oder wird es gar unmöglich?

Belpa's ungekrönte Prinzen
Spielt Belpa komplett, steht dem SHCB ein Team gegenüber welches viel Talent, aber auch viel Erfahrung mitbringt bringt. Kopf des Teams bildet mit Reto Schori ein Routinier, welcher über Jahre beim SHC Alchenflüh und beim SHC Belpa 1107 in der NLA wertvolle Arbeit verrichtete. Stefan Hutmacher und Thomas Ramseier sind ebenfalls Spieler mit NLA-Erfahrung. So richtig gefährlich wird Belpa dann aber vor allem durch Spieler, welche alle ein wenig den selben Werdegang hinter sich haben. Spieler welche die Junioren-Nati-Stufen durchlaufen haben aber den Durchbruch im Fanionteam der Belper nicht schafften. Brown, Blunier, Francesco Faina, Oberli und Timo Fuchs; sie alle gehörten vor ein paar Jahren zu den besten Juniorenspieler. Vielleicht fehlt ihnen der letzte Biss, aber das Talent haben sie selbstverständlich immer noch.

Für Bettlach spricht auf der einen Seite sicherlich der Heimvorteil, zum andern aber auch die Tatsache, dass Coach Henzi für die Finalserie auf das komplette Junioren-Kontingent zugreifen kann. Sollte beispielsweise Mauro Kiener für die 1.Liga-Finals motiviert sein, gewinnt die Truppe an beachtlicher Offensivkraft und die Verantwortung liegt nicht mehr so extrem auf der Ryser-Schärer-Walker-Christen-Linie.

Auch wenn die Spiele dieser Saison mehr oder weniger deutlich ausfielen, im Finale erwarte ich knappe Spiele zwischen den beiden Teams, bei welchen die Tagesform entscheiden könnte.


Top-Shot BTT: Christian Walker
Top-Shot BLP: Stefan Hutmacher
Erfolgsrezept: Imoberdorf muss seine aktuelle Form abrufen
Copin's Tip: BT2 vs. BL2 9-6

Alle Duelle zwischen Bettlach II und Belpa II:
04/05 BT2 vs. BL2 15-4
06/07 BL2 vs. BT2 5-3 (Cup)
06/07 BT2 vs. BL2 5-6
10/11 BL2 vs. BT2 5-9 (Cup)
11/12 BL2 vs. BT2 8-3
11/12 BT2 vs. BL2 8-5

3 Siege / 3 Niederlagen / 43:33 Tore

Montag, 23. April 2012

Recap: Kleine Details verhindern den grossen Coup

Der Traum platzte dann wie eine Seifenblase. Trotz einer guten Leistung verliert der SHC Bettlach die "Belle" in Belpa knapp, wenn aber auch verdient, mit 7-10. Kleine Details entschieden am Schluss zu Gunsten des Favoriten.

Dabei waren die Parallelen zu Spiel 1, als der SHCB in Belp chancenlos blieb frappant. Bereits nach vier Zeigerumdrehungen musste Coach Rüfenacht die Notbremse in Form eines Time-Outs ziehen, der SHCB lag zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2-0 in Rückstand nachdem Zürcher und McFadden getroffen hatten. Bettlach kam aber danach eindrücklich zurück. Mit drei Toren in vier Minuten führte der SHCB plötzlich in Belp, und keiner wusste genau wieso. Doch - eigentlich schon. Belpa holte sich drei kleine Strafen ab und Bettlach zeigte sich unglaublich effizient in diesen Überzahlspielen. Andreas Walker, Rüegger und Ryhorchuk drehten die Partie zu Gunsten des SHCB. Eigentlich unglaublich, denn bei Vollbestand der Kräfte war Bettlach chancenlos. Belpa spielte beeindruckend direkt, schnell und präzise und wirbelte nach Belieben durch die Abwehr der Gäste. Diese Überlegenheit münzten die Gürbetaler dann schliesslich auch noch in zwei Tore um, sodass der Favorit zur ersten Pause doch führte. Dass Bettlach aber resultatmässig nach wie vor Schritt halten konnte, war einem wiederum reflexstarken Raboud im Tor zu verdanken.

Bestnoten für die kämpferische Leistung
Auch zu Beginn des Mitteldrittel erinnerte danach aber vieles an Spiel 1. Wiederum gelang der Start ins Mitteldrittel nicht. McFadden und Fuchs schienen Belpa mit zwei Treffern in den ersten drei Minuten definitiv auf Halbfinalkurs zu bringen. Wenn man nett sein will, kann man hier schreiben, dass es natürlich war dass Belpa danach etwas die Konsequenz vermissen liess, wenn man böse sein will darf man auch schreiben, dass Belpa danach arrogant wirkte. Die Defensivarbeit wurde plötzlich verweigert und plötzlich stand Ryhorchuk alleine vor Maeder (was das 6-4 bedeudete) und eine Minute später tauchte auch Affolter alleine vor dem Goal der Gäste auf. Es wäre wohl übertrieben bei einer Aktion von Affolter von "technisch brilliant" zu sprechen, aber was Affolter in dieser Situation zeigte war nahe dran. Maeder konnte seinen ersten Abschlussversuch zwar so halb parrieren, halb noch am Boden liegend haute Affolter den Ball aber aus einem unglaublichen Winkel ins Tor - 6-5! Es sind aber halt eben Details die (noch) zwischen Teams wie Bettlach und Belpa entscheiden. In solchen Momenten können Spitzenteams halt wieder einen Gang hoch schalten. Müller baute die Führung wieder auf 7-5 aus. Mauro Kiener verkürzte zwar wieder auf 7-6, doch auch nach diesem Anschlusstreffer konnte sich Bettlach nicht festbeissen. Eine Minute später stand es schon wieder 8-6.

Der Bettlacher Anhang durfte aber nach wie vor von der Sensation träumen. Und tatsächlich...Ryhorchuck rundete seine stärkste Leistung auf schweizer Boden mit seinem 3.Tor ab (Dazu kommen noch 3 Torvorlagen!). Aber eben...31 Sekunden später tauchten Daniel Fahrni und Faina in einer 2-1-Situation vor Raboud auf und schon war der alte 2-Tore-Rückstand wieder da. Drei Mal schoss Bettlach den Anschlusstreffer, immer wieder konnte Belpa mehr oder weniger sofort wieder davon ziehen. Beim 5-6 dauerte es 3 Minuten bis zum Belper "Re-Break", beim 6-7 etwas über eine Minute und zwischen dem 7-8 und dem 7-9 lag dann nur noch eine halbe Minute. Diese Labilität nach Erfolgserlebnissen ist wohl einfach der Preis den ein junges Team wie Bettlach noch bezahlen muss. Wären dem SHCB in dieser Phase des Spiels einmal zwei Tore in Folge geglückt, und somit der Ausgleich kann man nur mutmassen was in den Belper Köpfen passiert wäre. So aber kam es halt anders. Fuchs schoss fünf Minuten vor dem Ende das 10-7 und besiegelte damit das Bettlacher Schicksal.

Die Reise endet für den SHCB also wieder bereits im Viertelfinal. Wenn die Enttäuschung natürlich gross ist, so wird man dieser Serie dann doch auch Positives abgewinnen können. Noch nie stand Bettlach dem Halbfinale so nahe wie in diesem Jahr. Die Leistung stimmte. Miesepeter, welche den Bettlacher Sieg in Spiel 2 darauf zurückführen, dass einige Teamstützen bei Belp fehlten, mussten eingestehen, dass Bettlach auch in Spiel 3 gegen ein komplettes Belpa im Spiel war und bis fünf Minuten vor Spielende noch vom Sieg träumen durfte. Diese Entwicklung stimmt positiv und lässt gespannt in die Zukunft blicken.

Copin's 3-Stars:
*** RYHORCHUK, Robert
** RABOUD, Joey
* WALKER, Andreas

Sonntag, 22. April 2012

Recap: Den "Gottéron-Fluch" besiegt

Es ist vollbracht...die A-Junioren des SHC Bettlach holen sich zum ersten Mal in der Geschichte den Meistertitel. Den vierten Final in Folge holt sich der SHCB hochverdient, auch wenn das letzte Spiel der Saison nicht wirklich zu den besten gehörte.

Wer kann es unserem Nachwuchs schon verübeln, dass man dem Team anmerkte um was es heute ging. Der Titel war ohne Frage in den Köpfen und blockierte die Spieler augenscheinlich. Die Angriffe waren ideenlos, die Abschlüsse äusserst konzeptlos. Auf der Gegenseite spielten die Oberwil Rebells ein einfaches Hockey. Die Gegenangriffe der Zuger liefen immer in etwa gleich ab. Ein langer Pass auf den Stürmer, ein Verteidiger der aufrückte und den Pass in den Lauf erhielt. Ein total einfaches Basis-Hockey, welches jedoch funktioniert, wenn die Gegenspieler nicht hellwach sind und mit dem Gegner mitlaufen. So führte Oberwil nach dem ersten Durchgang verdient mit 1-0. Es war quasi das Ebenbild aus Spiel 1, bei welchem die Bettlacher ebenfalls nichts entgegenzusetzen hatten.

Im Mittelabschnitt blieb Bettlach nach wie vor einiges schuldig und geriet kurz nach Wiederanpfiff gar mit 2-0 in Rückstand. In der Folge gelang Maeder der Anschluss, Oberwil schoss aber wieder das 3-1. Dann verkürzte Kiener, Oberwil erzielte allerdings in Überzahl wieder das 4-2. Dass es Bettlach am Schluss doch zum Titel reichte war auf die kommenden 20 Minuten zurück zu führen. In den letzten 10 Minuten des Mitteldrittels glich Bettlach das Spiel aus, in den ersten 10 Minuten des Schlussdrittels entschied man es zu seinen Gunsten. Zum Schluss drehte Oberwil wieder auf, auch wahrscheinlich weil bei Bettlach der Respekt vor dem Titelgewinn zurück kehrte. Der Anschlusstreffer zum 6-7 kam allerdings zu spät und so durften sich Coach Roos und seine Jungs verdientermassen die Medaille für den Titelgewinn umhängen lassen.

Copin's 3-Stars:
*** LEUENBERGER, Pascal
** ROHRBACH, Dominik
* KIENER, Mauro


SHC BETTLACH: Juniorenmeister 2011/2012


Freitag, 20. April 2012

Preview: Aber...

"Es wird schwierig, aber...!" Nicht selten war seit letztem Sonntag dieser oder ähnliche Sätze im Zusammenhang mit Spiel drei zu hören. Schon alleine die Tatsache, dass man nur mit Vorbehalt von einem Sieg der Belper spricht, zeigt dass die Chancen einer erstmaligen Bettlacher Halbfinalqualifikation intakt sind.

Aber was hat dieser Sieg am letzten Wochenende denn nun eigentlich bewirkt? Nun, rein rechnerisch auf die Serie bezogen eigentlich nichts. Bettlach hat eigentlich nicht mehr als das Saisonende verhindert. Statt Kehraus war in den zwei Trainings diese Woche der Fokus auf Spiel drei fixiert. Die Rollenverteilung bleibt aber immer noch die gleiche. Belpa wird zu Hause wieder ein anderes Gesicht zeigen, schon nur weil Wittwer und Fuchs ins Team zurückkehren werden. Aber Bettlach war auch im Spiel 1 nicht so unterlegen wie das 2-9 vermuten lassen würde. Tyler McFadden und die Torhüter machten in Spiel 1 den Unterschied.

Mehr als Mr.50%
Auch in Spiel 2 machte allerdings der Torhüter den Unterschied, in dem Fall aber zu Gunsten von Bettlach. Würde Joey Raboud konstant auf dem Niveau von letztem Sonntag spielen, würde er wohl zu den besten Torhüter der Schweiz gehören. Er lieferte sich mit Natigoalie Maeder ein Fernduell auf Weltklasseniveau und entschied es schliesslich auch für sich. Mit seinen Paraden, ganz besonders im Schlussdrittel, war Raboud die Basis für den Sieg. Es ist kein Geheimnis...wenn der SHCB gegen einen der Top-5 (Oberwil, Grenchen, Belpa, Sierre, Aegerten) gewinnen will, ist und war einen starke Torhüterleistung noch immer von Nöten. Das war so als Oli Siegenthaler den SHCB in der ersten NLA-Saison zum 6-5-Sieg in Grenchen hexte und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Der Torhüter kann ein Spiel entscheiden, gewinnen kann er es aber trotzdem nicht alleine. Auch die Vorderleute werden sich am Sonntag noch einmal steigern müssen. Besonders in Sachen Effizienz besteht noch enormes Steigerungspotential. Denn so schön der Sieg in der Overtime auch war, Bettlach hätte letztes Wochenende eigentlich nach 40 Minuten so führen müssen, dass Belpa keine Aussichten mehr auf eine Overtime gehabt hätte. Am Sonntag wird Bettlach sicherlich weniger Torchancen haben als in Spiel 2; umso wichtiger wird es sein diese dann auch in Tore umzumünzen.

Der Gang ins Giessenbad wird für Bettlach ganz bestimmt nicht einfach...ABER...unmöglich ist nichts, das wissen wir seit spätestens letztem Sonntag!

Top-Shot BTT: Thomas Walker
Top-Shot BLP: Nicola Fuchs
Erfolgsrezept: Noch mehr Saves von Raboud, noch mehr Tore von Walker
Copin's Tip: BTT vs. BTT 4-5

Raboud: Folgt in Belp die Bestätigung?


Donnerstag, 19. April 2012

Preview: History will be made...

Die 1.Mannschaft siegte zum ersten Mal gegen Belpa, die 2.Mannschaft qualifizierte sich zum ersten Mal für das 1.Liga-Finale - wenn die Junioren an den aktuellen Bettlacher Höhenflug anknüpfen können, dürfen sie sich am Samstag Abend zum ersten Mal "Schweizermeister" nennen.


Dieser Titel wäre nicht nur längst überfällig, sondern auch vollkommen verdient. Bettlach stellte klar das beste Team der Quali und marschiert bisher auch in den Playoffs durch. Zwar ist der Sieg am letzten Wochenende mit 7-3 weitaus höher ausgefallen als dies Verhältnisse auf dem Platz wiedergaben, trotzdem aber lieferte die Roos-Truppe eine starke Performance ab. Entscheidend war vor allem, dass die Spielleader endlich in ihre Rolle geschlüpft sind. Spieler wie Hess oder Steffen, welche sich bisher im "Sparmodus" befanden strahlten plötzlich eine unglaubliche Willenskraft aus. Timon Hess legte am letzten Samstag wohl mehr Kilometer zurück als zuvor in der ganzen Qualifikation!

Grosses Spielfeld - Vor- oder Nachteil?
Am Samstag in Oberwil erwartet uns ein anderes Spiel. Noch bin ich mir unschlüssig, ob das grössere Spielfeld für unsere Mannschaft eher ein Fluch oder ein Segen sein wird. Betrachten wir den konditionellen Aspekt, dann ist das Heimterrain eher Pro Oberwil. Sie verfügen über mehr Manpower, will heissen Oberwil spielt mit einer Linie mehr als der SHCB und kann die konditionelle Belastung auf mehrere Schultern verteilen. Im Gegenzug hat Bettlach aber Spieler im Kader, welche mit ihrer individuellen Klasse ein Spiel entscheiden können. Hess, Steffen, Rohrbach, Leuenberger und allen voran Mauro Kiener. Diese Jungs werden in Zug mehr Platz vorfinden. Mehr Raum für ihre Kreativität, mehr Raum für Torchancen. Es wartet auf die Bettlacher Mannschaft noch einmal ein hartes Stück Arbeit mit dem Titel als möglichem Lohn!

Top-Shot BTT: Mauro Kiener
Top-Shot OWR: Lenz Zürcher
Erfolgsrezept: Früh in Führung gehen und dann von der Strafbank fern bleiben
Copin's Tip: OWR vs. BTT 4-6



Dienstag, 17. April 2012

Recap: Hochverdienter Geschichtsbucheintrag

15mal kreuzten sich die beiden SHCB's seit dem Bettlacher Wiederaufstieg in der NLA die Klingen, immer bodigte der SHC Belpa 1107 den SHC Bettlach. Bis zum 15.April 2012!

Die totale Überraschung - der SHC Bettlach gewinnt ausgerechnet beim wichtigen Playoff-Heimspiel zum ersten Mal in der Geschichte gegen den SHC Belpa 1107 - und das hochverdient!
Bereits in den Startminuten zeigte Bettlach, dass es nicht gewillt war für den Halbfinaleinzug der Berner Spalier zu stehen. Mit einer kaum einmal gesehenen Selbstverständlichkeit biss sich Bettlach in der Zone der Gäste fest und kam zu guten Möglichkeiten. Sekunden bevor Walker den SHCB in der 14.Minute verdient in Führung brachte hatte Philipp Studer bereits zum dritten Mal das Torgehäuse hinter Goalie Mäder erklingen lassen. Mit dem 1-0 war Belpa fast noch gut bedient. Belpa ist aber eine Spitzenmannschaft und als solche liessen sie sich nicht zwei Mal bitten als Studer nach einem dummen Foul auf der Strafbank Platz nehmen musste.

Belpa findet den 2.Gang nicht
In den letzten beiden Spielen gegen Belpa waren die Bettlacher schon jeweils im Spiel, konnten dann aber irgendwann nicht mehr mithalten als jeweils der Kanadier Tyler McFadden für die Differenz sorgte. Heute war McFadden nur der zweitbeste Kanadier auf dem Feld, Bettlachs Ryhorchuk wirkte stets gefährlicher, schneller und vor allem auch leidenschaftlicher. Bettlach blieb auch im Mittelabschnitt das bessere Team, verpasste es aber nach wie vor dies in eine Führung umzuwandeln. Bei einem Konter wurde Ryhorchuk abgedrängt, brachte den Ball aber vor das Tor zurück wo Mauro Kiener abschliessen konnte, den Abpraller verwertete schliesslich Maeder zum 2-1.

Bettlach führte nach 40 Minuten und noch immer wartete man auf die Reaktion der Belper welchen heute vor allem Spielmacher Fuchs fehlte, während Teamleader wie Faina, Zürcher oder eben McFadden blass blieben. Bettlach hielt den Favoriten nach wie vor fest im Griff, schaffte es aber seinerseits auch nicht die 2-1 Führung weiter auszubauen. Als Ryhorchuk dann wegen einer überaus fragwürdigen Strafe in die Kühlbox geschickt wurde war es um Bettlachs Führung geschehen. Ronny Strähler knallte ein Geschoss von einem One-Timer an Goalie Raboud vorbei in den Netzhimmel. Und als die Matchuhr noch fünf Minuten zu spielen anzeigte brauten sich über den Bettlach-Köpfen böse Wolken zusammen. Mit einem Buebentrickli gelang wiederum Strähler die erstmalige Führung für die Gäste. Es drohte eines dieser berühmten Spiele zu werden bei welchem der Underdog zwar gut mithält, aber die Klasse des Favoriten dann doch überaus schwingt. Die Belper standen sich heute etwas selber im Weg. Daniel Fahrni ermöglichte Bettlach eine Überzahl und Rüegger haute den Ball aus seiner Lieblingsposition ins Tor. Bettlach war wieder hier.

Bettlach musste somit bereits zum fünften Mal in dieser Saison in die Overtime (2mal gewonnen, 2mal verloren). Und wieder hatte das Heimteam die Möglichkeit mit einem Mann mehr in der Serie zu bleiben. Strähler wurde nach einem klaren hohen Stock auf die Strafbank geschickt. Ryhorchuk passte in die Mitte wo Thomas Walker mit seinem zweiten Treffer für grenzenlosen Jubel im Ischlag sorgte. Zum Schluss feierte Bettlach einen glücklichen aber verdienten Sieg, welcher die Option auf die Halbfinals weiterhin offen lässt.

Copin's 3-Stars
*** RABOUD, Joey
** WALKER, Thomas
* RYHORCHUK, Robert

Sonntag, 15. April 2012

Recap: Der grosse Auftritt des kleinen Brodard

Bettlach träumt weiterhin vom ersten Junioren A-Titel. Im ersten Finalspiel siegt Bettlach dank einer beeindruckenden Leistung mit 7-3 gegen die Oberwil Rebells. Einen massgeblichen Anteil am Erfolg hatte dabei Goalie Dean Brodard.

Brodard - ein Name der zu Erfolg verpflichtet. Der Vater von Goalie Dean ist einer der erfolgreichsten Trainer auf schweizer Streethockeyplätzen. Mit dem SHC Grenchen-Limpachtal gewann Oliver Brodard zwischen 1999 und 2002 alle vier Schweizermeistertitel sowie einmal den Cup. Auch als Nationaltrainer war Brodard erfolgreich. Nach seiner Zeit bei Grenchen fand Oli in Bettlach eine neue Wirkungsstätte wo er gleich in seiner ersten Saison in der NLB den nächsten Titel holte. Der Angestrebte Aufstieg blieb Brodard in den drei Jahren an der Bande in Bettlach zwar verwehrt, dennoch hatte er daran einen grossen Anteil, verpasste er der Mannschaft doch in seiner Amtszeit ein Gesicht und einen Charakter, welcher schliesslich den Weg in die NLA ebnete.

Ziemlich genau 7 Jahre nach der Trainerära Brodard, sorgt sein Sohn Dean für neue Träumereien im Ischlag. Im Tor der A-Junioren hat er grossen Anteil daran, dass man vom ersten Junioren A-Titel in der Geschichte träumt. In Spiel 1 jedenfalls hatte Brodard einen grossen Anteil am Sieg, und dies obschon er eigentlich noch in der tieferen Juniorenkategorie spielen könnte.

Nervöser Spielstart
Eigentlich begann das Spiel für Bettlach optimal. Mauro Kiener brachte den Qualisieger in der 3.Minute mit einem schönen Solo in Führung, danach aber erwachten auch die Gäste aus Oberwil. Bettlach geriet unter Druck und sah sich mit Strafen konfrontiert. Die Rebells waren zwei Mal erfolgreich und lagen bis zur 13.Minute plötzlich mit 1-2 in Front. Bettlach war zwar bemüht doch wirkten die Aktionen des Heimteams immer etwas nervös und planlos. Oberwil hingegen spielte clever und war die erwartete Knacknuss.

Im Mitteldrittel dann wirkte Bettlach abgeklärter. Rohrbach, einer der besten Bettlacher, lancierte wunderschön Hess welcher mit einem guten Schuss zum Ausgleich einnetzen konnte. 35 Sekunden später brachte Mauro Kiener mit einem "Buebetrickli" den SHCB zum zweiten Mal in Führung und nach Spielmitte sorgte Steffen mit einem beherzten One-Timer für das 4-2. In den restlichen Minuten bis zum zweiten Pausentee hatte Bettlach gute Chancen die Führung auzubauen und für die definitive Entscheidung zu sorgen, es blieb aber beim knappen 4-2 nach 40 Minuten.

Ein spannendes Schlussdrittel stand bevor. Das Spiel war äusserst offen und die Spielanteile ausgeglichen. Umso wichtiger war es, dass Pascal Leuenberger für die Platzherren zum 5-2 treffen konnte. Oberwil war aber längst noch nicht abgeschrieben. Eine harte Strafe gegen Hess nutzten die Zuger 8 Minuten vor dem Ende zum 5-3, weiterhin musste man zittern. Oberwil hatte nun definitiv Lunte gerochen und setzte sich minutenlang in der Zone des SHCB fest. Bettlach zollte wohl auch etwas der Tatsache Tribut, dass man über das ganze Spiel mit einer Linie weniger auskommen musste als die Gäste. In dieser Phase aber zeichnete sich Goalie Brodard aus. Mit teils unglaublichen Reflexen und einer beeindruckenden Ruhe hielt er an der Führung fest und avancierte zum definitiv besten Spieler auf dem Feld. Die Erlösung folgte dann 3 Minuten vor dem Ende als Timon Hess mit einem Prachtsschuss zum entscheidenden 6-3 traf. Das 7-3 durch Steffen war nur noch eine Zugabe.

Copin's 3-Stars:
*** BRODARD, Dean
** ROHRBACH, Dominik
* KIENER, Mauro

Recap: Bettlach II legt souverän vor

Die 2.Mannschaft gewinnt das 1.Halbfinalspiel gegen den SHC Martigny II verdient mit 11-4. Bereits im Startdrittel legte die Henzi-Truppe die Basis für den klaren Erfolg.

Die Spieler des "Zwöi" mussten heute ungewohnt früh aus den Federn. Bereits um 10:00 wurde der Fieselball zum Halbfinale eingeworfen. Bettlach enttäuschte die Frühaufsteher unter den Hockeyfans aber nicht. Im Startdrittel erarbeitete sich die Henzi-Truppe eine verdiente 5-2 Führung und war die klar spielbestimmende Mannschaft. Bereis nach 20 Minuten war klar, dass sich die Bettlach-Reserven nur selber schlagen können.

Viele Strafen und Unkonzentriertheiten
Der Start ins Mitteldrittel schien nahtlos an den ersten Durchgang anzuknüpfen. Wälchli erhöhte für den SHCB auf 6-2. Vielleicht war dieser Treffer der eine Treffer zu viel, denn in der Folge baute Bettlach kontinuierlich ab. Die Zweikämpfe gingen genau gleich verloren wie die Laufduelle, vermehrt versuchten die Bettlacher Pässe zu schlagen welche zum Scheitern verurteilt waren. Besonders durch die Mittelzone wurde immer wieder das Glück versucht, abermals aber konnte Martigny die Angriffsversuche abfangen und zu gefährlichen Kontern ansetzen. Dazu kamen viele unnötige Strafen. Dass Martigny aus diesen guten Möglichkeiten nur gerade das 3-6 erzielen konnte war vor allem der schwachen Leistung der Walliser zuzuschreiben. Und als das zweite Drittel abgepfiffen wurde führte Bettlach gar mit 7-3, eigentlich wusste aber niemand genau wieso.

Das Mitteldrittel sollte aber glücklicherweise nur ein Zwischentief gewesen sein. Im Schlussabschnitt zeigte Bettlach die Verhältnisse wiederum deutlich auf und baute die Führung weiter aus. Zum Schluss feierte James Henzi und seine Mannschaft einen deutlichen und verdienten ersten Sieg in der Serie.

Copin's 3-Stars
*** WALKER, Christian
** HENZI, James
* CHRISTEN, Thomas

Viel Druck vor dem Martigny-Tor


Donnerstag, 12. April 2012

Preview: Via Sierre zurück in die Zukunft

Dem SHCB hilft am kommenden Sonntag nur die Flucht nach vorne. Nur der erste NLA-Sieg gegen Belpa seit dem Wiederaufstieg hält Bettlach noch in der Meisterschaft, ansonsten gehen im Ischlag, zumindest in der höchsten Liga, die Lichter aus.

Nach der doch deutlichen 9-2 Niederlage im Startspiel dürfen die Chancen des SHCB nicht all zu hoch eingeschätzt werden. Belpa war in praktisch allen Bereichen besser, auch wenn das Resultat schliesslich deutlicher ausfiel als dies dem Spiel entsprochen hat. Ausgerechnet in der wenig ruhmreichen Playoff-Bilanz des SHCB lässt sich aber Hoffnung schöpfen:

Sierre auf dem falschen Fuss erwischt
Es war in der Saison 07/08, als der SHCB im Viertelfinal das erste Spiel in Sierre mit 1:16 deutlich verloren hatte. Das Saisonende war nur noch eine Formsache. Bettlach aber reagierte vehemend und überraschte die Walliser auf dem eigenen Spielfeld mit einem 5-4 Sieg. Zwar schied der SHCB dann in Spiel drei trotzdem aus, ein Eintrag in die Geschichtsbücher war aber mit diesem Überraschungssieg gegen den damaligen Qualifikationssieger auf Sicher, war es doch der erste (und bisher einzige) Sieg des SHCB in den NLA-Playoffs.

Die Ausgangslage vor dem nächsten Wochenende präsentiert sich durchaus ähnlich. Belpa wird geschwächt an den Jurasüdfuss reisen (Fuchs in den Ferien, Wittwer gesperrt), ist aber davon überzeugt dass man Bettlach auch so schlagen kann. Diese Selbstsicherheit der Belper könnte zum grossen Pluspunkt für die Rüfenacht-Truppe werden. Die Klasse der Belper bleibt natürlich indiskutabel, aber es wäre menschlich wenn die Gürbetaler nach dem deutlichen Heimsieg nicht mehr mit letzter Konsequenz in das Spiel gehen. Erwischen Walker & Co dann auch noch einen guten Tag, sind wir der Überraschung nahe...aber auch vor Spiel 2 bleibt klar: Bettlach braucht einen guten Tag, Belpa einen eher schlechten für dass der Ausgleich in der Serie Tatsache wird.


Top-Shot BTT: Robert Ryhorchuk
Top-Shot BLP: Alessio Faina
Erfolgsrezept: Blaue Flecken sammeln und überall ein bisschen besser werden
Copin's Tip: 5-4
Ob am Sonntag die Belper jubelnden Bettlacher zuschauen müssen?

 

Montag, 9. April 2012

Recap: Grenchen holt sich den Cup

Der Täli-Geist bodigt den Serien-Sieger Oberwil im Cupfinal? Nein...eigentlich nicht. Denn es war nicht nur dieser sagenumworbene "Geist" welcher die Grenchner zum Cupsieg begleitete, die Limpachtaler setzten auch spielerisch ein Ausrufezeichen und bedienten sich dabei "rebellischer" Schlagkräftigkeit.

12 Titel in den letzten 6 Saisons...für die Oberwil Rebells müssen keine Superlativen erfunden werden, die Oberwil Rebells sind die Superlative der letzten Jahre im schweizer Streethockey. In den einzelnen Finalspielen waren die Rebells dabei zwar nicht immer so überragend wie dies die Statistik vermuten lassen würde. Die Zuger hatten aber in den entscheidenden Momenten immer die passende Antwort zur Hand, die Rebells schossen in den entscheidenden Momenten die wichtigen Tore und die Rebells lächelten dem Gegner in praktisch allen Fällen als Sieger entgegen. Gestern aber wurden die Oberwiler von Grenchen quasi mit ihren eigenen Waffen geschlagen.

39:40 - Der Anfang vom Rebells-Ende
Eigentlich nahm alles seinen rebellischen Lauf in diesem Cupfinal. Bossard und Hildreth brachten den Titelverteidiger mit einem Doppelschlag in Front. Immerhin konnte Christen den Schaden in Grenzen halten und auch als Keiser den 2-Tore-Vorsprung wieder herstellte antwortete Grenchen durch Röthlisberger nur 13 Sekunden später. Das Spiel war ausgeglichen, wenn dann war nur ein ganz kleines Chancenplus für Oberwil auszumachen. Die Zuger konnten jedoch wieder eine Länge vorlegen, Häni traf in seinem erst zweiten Teileinsatz in Überzahl zum 4-2. Alles deudete darauf hin als ob die Rebells mit diesem Vorsprung in die Pause gehen würden, als Grenchen in der Schlussminute einen Konter startete, welchen Röthlisberger 20 Sekunden vor Drittelsende zum Anschlusstreffer hinter Sidler versenkte.

Grenchen war zurück im Spiel und konnte kurz nach Wiederanpfiff mit einem Mann mehr spielen. Henzi traf und sorgte dafür, dass das Spiel wieder neutralisiert war. Das oft zittierte Momentum war nun auf Seiten der Grenchner gekippt, allerspätestens als Pädu Kohler (er kriegt dann diese Woche noch sein persönliches Post) die Limpachtaler in der 45. zum ersten Mal in Führung brachte. Es war ein Cupfinal wie man ihn wünscht...spannend, hartumkämpft, emotional. Der Titelhalter war gefordert, blieb aber meist nicht wirklich zwingend vor dem Tor oder fand dann mit Dave Fankhauser seinen Meister. Die Zeit verstrich und als Patrick Lüthi in der 54.Minute eine Strafe kassierte, hatte man das Gefühl die Rebells müssten nun zuschlagen wenn sie noch eine Chance auf den Sieg haben wollten. Zwei von drei Powerplays nutzte die Kapanek-Truppe bis zu diesem Zeitpunkt aus, im vierten Anlauf aber blieb das Score auf der Anzeigetafel bestehen. Grenchen war wieder komplett und eine Minute später begrub Roman Bütikofer mit einem Reboud alle Träume der Zuger. Die Tore von St.Rindlisbacher und Kunz waren in den Schlussminute nur noch Zugabe.

Copin's 3-Stars:
 *** ROETHLISBERGER, Kris (GRL)
** KUNZ, Stefan (GRL)
* FANKHAUSER, David (GRL)

Montag, 2. April 2012

Recap: Special-Teams entscheiden Spiel 1

Nach Spiel 1 der Viertelfinalserie gegen den SHC Belpa 1107 muss man klar eingestehen, dass Belpa die bessere Mannschaft stellte und den Sieg verdient hat. Trotzdem ist das Resultat mit 9-2 zum Schluss wohl etwas zu hart ausgefallen, lange war der SHCB im Spiel, die Special-Teams entschieden im Mittelabschnitt aber dann für den Favoriten.

Der Start in die Playoffs verpasste der SHCB vollends. Ein langer Pass von Faina auf Müller hebelte die Bettlach-Abwehr mustergültig aus, der junge Belper brachte technisch versiert die Platzherren nach nur 61 Sekunden in Front - Fehlstart ahoi. In der Folge war Belp zwar spielbestimmend aber nicht zwingend, das 2-0 durch Fuchs gelang begünstigt durch einen Ausschluss gegen Ryhorchuk. Die Gäste reagierten aber und konnten ihrerseits in Überzahl durch Routinier Andreas Walker verkürzen. Mit diesem knappen Rückstand verabschiedeten sich die Teams in die erste Pause - der SHCB war im Spiel!

Powerplay und McFadden als Bettlach-Killer
Der Beginn ins Mitteldrittel glich dem Startdrittel frappant. Belpa war über weite Strecken im Ballbesitz, die Rüfenacht-Truppe hielt aber konzentriert und wacker dagegen. Wiederum war es das starke Belper Überzahlspiel, welche in der 27.Minute den alten 2-Tore-Vorsprung für Belpa zurück brachte - Zürcher hatte getroffen. Und auch als Faina kurz nach Spielhälfte auf 4-1 erhöhte schaute mit Wigger ein Bettlacher von der Strafbank aus dem Geschehen zu. Belpa zeigte sich in Überzahlspiel enorm effizient, die Gäste leider nicht. Zwei aufeinanderfolgende Ausschlüsse vermochte Bettlach nicht zu nutzen und als die Berner wieder komplett waren traf Tyler McFadden für Belpa zum 5-1. Bettlach nun völlig von der Rolle, denn nur 48 Sekunden später netzte der Belpa-Kanadier erneut ein. 6-1 vor dem letzten Durchgang; eine unüberwindbare Hypothek für den Aussenseiter, welche mit einer besseren Leistung in den Special-Teams hätte verhindert werden können.

Im Schlussdrittel wirbelte Coach Rüfenacht die Reihen etwas durcheinander ohne damit jedoch einen wesentlichen Richtungswechsel zu provozieren. Zwar belegte die Schussstatistik längst nicht die aussagekraft des Spielresultates, aber trotzdem hatte man immer das Gefühl Belpa wirke in ihren Aktionen gefährlicher, schneller und nicht zuletzt zielstrebiger. Zürcher profitierte von einem Eigentor und erhöhte auf 7:1, Fuchs erteilte dem Powerplay der Bettlacher die Höchststrafe und traf per Shorthander zum 8:1 ehe sich das Powerplay der Belper noch einmal auszeichnen durfte. Ohne grossen Aufwand schraubte Belpa das Skore auf 9-1. Belpa spielte 5 mal in Überzahl und traf 4 mal, während sich Bettlach in 7 Versuchen nur zwei Mal einen Treffer gutschreiben durfte...zwei Mal? Ja...Ryhorchuk schloss das heutige Spiel mit dem zweiten Bettlacher Treffer, wie gesagt bei numerischer Überlegenheit, ab.

Die Leistung der Bettlacher war nicht grundschlecht heute. Wie eingangs erwähnt sorgen die Special-Teams für den markanten Unterschied, zudem hat Belpa mit Spielern wie Fuchs, McFadden oder Faina Knipser in ihren Reihen, welche ein solches Spiel im Alleingang entscheiden können. Ob Bettlach die Lehren aus Spiel 1 ziehen kann sehen wir in zwei Wochen, wenn in Bettlach zum zweiten Viertelfinal-Durchgang angepfiffen wird.

Copin's 3-Stars:
*** RYSER, Simon
** RYHORCHUK, Robert
* KIENER, Fabio

Statistik - Game 1